Buffy
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1977- Teil 1
betagelesen von Kati und Natalie
11/08 komplett überarbeitet

Kapitel:

Prolog
Die Vergangenheit holt einen immer ein
Zwischenstop bei einem Tässchen Tee
Alte Freunde, Teil 1
Ethan
Alte Freunde, Teil 2
Nichts ist wie es scheint
Im Innern der Mine
Verborgene Wahrheiten
Gebrochene Herzen
Legenden
Der Bewahrer
Die Herrin der Pferde
Abschied
Epilog


Autor: Darkchild
Titel: 1977
Altersfreigabe:
Kein Sex, aber aufgrund der dargestellten Gewaltszenen: ab 18.
Teile: 11
Genre: Horror/Splatter; Keltische Mythologie
Spoiler: keine
Inhalt: Was geschah in diesem Keller wirklich, als vor so vielen Jahren der Dämon Eyghon heraufbeschworen wurde? Welche gemeinsame Vergangenheit verbindet Rupert Giles mit Ethan Rayne? Und wie gefährlich ist Rayne tatsächlich? Das Jahr 1977 gibt hierauf ein paar überraschende Antworten.
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Rupert Giles, Ethan Rayne, ein wenig Eyghon und meine eigenen Charaktere.

Prolog

Das Kind rannte in wilder Panik durch den Wald. Geäst schienen mit gierigen Fingern in sein Haar zu greifen, es festzuhalten und zurückhalten zu wollen. Ständig stolperte der Junge in der Dunkelheit über die am Boden entlangwuchernden Brombeerranken. Er fiel hin, rappelte sich auf und rannte weiter. Das Entsetzen stand ihm ins Gesicht geschrieben. Das Einzige, was er wollte, war fliehen. Dem Grauen, das hinter ihm lag, entkommen.

Manchmal blieb er atemlos stehen, nahm allen Mut zusammen und warf einen Blick hinter sich. Doch nie war da etwas zu sehen. Dann atmete der Junge erleichtert auf und rannte weiter. Immer tiefer in den Wald hinein.

Aber was er mitangesehen hatte, ließ sich nicht verdrängen. Die entsetzlichen Bilder und furchtbaren Schreie hatten sich viel zu tief in sein Gedächtnis gebrannt. Die schreckliche Stimme, die zu ihm gesprochen hatte, ließ ihn nicht los. Und irgendwo in seinem Innern schien etwas zu flüstern, dass er diesem Schrecken niemals würde entkommen können. Es gab nirgends einen Platz, an dem er sich verstecken konnte.

Doch seine Beine trugen ihn weiter, immer tiefer und tiefer in den Wald hinein.
Wie lange er gerannt war, wusste er nicht, doch nachdem er zum scheinbar hundertsten Mal stolperte und hinfiel, blieb er einfach liegen.

Er konnte nicht mehr. Alle Kraft hatte ihn verlassen. Zerkratzt und blutig lag er da und atmete die modrige feuchte Waldluft tief ein. Dann drehte er sich auf den Rücken und sah zum klaren Nachthimmel auf, der durch das ferne Blätterdach des Waldes hindurchschimmerte.

Das Rauschen des Winds drang in sein Ohr. Sein wild klopfende Herz beruhigte sich. Durch die Baumwipfel hindurch halb versteckt funkelten die Sterne auf ihn herab. Kalt und mitleidslos – wie glitzernde kleine Nadeleinstiche in der endlosen Schwärze der Nacht, durchbrachen sie die Finsternis am Firmament.

Um ihn herum knackte es im Unterholz. Verstohlene Bewegungen waren zu hören. Ein leises Huschen. Und nur ganz vage begriff der Junge, dass die Geschöpfe des Waldes vor ihm flohen. Während er da lag und immer ruhiger wurde, sah er noch einmal das Bild seiner Eltern vor sich. Abgeschlachtet wie Vieh.

Da war diese leise Stimme gewesen, die sich in sein Bewusstsein geschlichen hatte, die es fast gesprengt hatte. So kalt und leidenschaftslos war sie gewesen. Nicht einmal grausam ... einfach nur mitleidslos.

Er wischte sich Tränen und Schweiß vom Gesicht. Die Finsternis um ihn herum war tröstlich, gab ihm ein Gefühl von Geborgenheit. In ihm stieg die Hoffnung auf, dass ihn die Nacht verstecken konnte ... vor dieser Abscheulichkeit – diesem Unding - das hinter ihm her war.

Der Junge rollte sich zusammen und versuchte zu verdrängen, was geschehen war. Langsam begannen die Bilder zu verblassen.

Der Duft des Waldes hüllte ihn wie eine samtene schwere Decke ein. Ab und zu durchdrang eine Vogelstimme die Nacht. Friede umgab ihn und machte sich auch in ihm breit. Müdigkeit griff nach ihm, und nur zu gerne gab er sich ihr hin. Die Augen fielen ihm zu und kurz bevor er in den Schlaf sank, hörte er die Stimme direkt
in sich sagen:

Jetzt gehörst du mir, Kind!

Der Junge riss die Augen auf und hörte nicht mehr auf zu schreien ...


Die Vergangenheit holt einen immer ein

~~ 1 ~~

Ende Dezember 1977
Bodmin Moor, Cornwall, UK,

Es war ein Albtraum. Ein Albtraum, aus dem man zu erwachen wünschte.
Manchmal ahnte man in einem Traum, dass man nur schlief, dass das Gesehen nur ein böser Traum sein konnte ... denn das Leben konnte unmöglich so furchtbar sein.
Doch Giles wusste es besser.

Wenn er hier am Grab seines Freundes stand und sich nichts mehr wünschte, als aufzuwachen, dann wusste er, dass er am Leben war und sein Freund es war, der dort unten im nassen Grab vermoderte.
Aus diesem Albtraum gab es kein Erwachen. Denn dies war die Realität.
Tränen stiegen ihm in die Augen. Mit verschwommenem Blick sah er auf seine Hände und glaubte immer noch das Blut daran zu sehen.
Er kniete neben dem Grab und nahm zitternd die Brille ab. Nur ein mühsam unterdrücktes Schluchzen schlüpfte ihm über die fest zusammengepressten Lippen. Gefühle von Schuld und Trauer schnürten ihm die Kehle zu.

Hier, am Grab seines Freundes, musste er sich der Wahrheit stellen. Keine Ausreden , keine Ausflüchte. Hier gab es nur ihn, Randall und die schreckliche Wahrheit, die sie beide über den Tod hinaus miteinander verband.

Aber Schuld und Verzweiflung waren zu stark. Sie überrollten ihn mit solcher Macht, dass er ihnen nichts entgegenstellen konnte. Der junge Mann schloss die Augen und weinte. Er vergaß die trostlose Einöde um sich herum und ergab sich seinem Schmerz. Doch das Schlimmste war, dass er nicht einmal wusste, ob er den Verlust seines Freundes oder den Verlust seiner Unschuld beklagte.
So tief war er in Trauer und Schuldgefühlen versunken, dass er die Schritte, die sich ihm zögernd und vorsichtig näherten, nicht hörte. Nur das vom Frost überzogene Gras knirschte kaum hörbar unter jedem der leisen Schritte. Dann verstummten auch diese Laute. Der stille Besucher war direkt hinter ihm zu stehen gekommen.
"Es tut mir so leid, Rupert."

Giles zuckte beim Klang der Stimme zusammen. Eine Hand legte sich bedauernd und tröstend zugleich auf seine Schulter. Ein unfreundliches Wort schoss ihm fast im selben Moment durch den Sinn, und um seiner Tränen verlegen, wischte er sie sich von den Wangen. Er hatte die Stimme sofort erkannt.
"Reggie", dachte er. Seine Trauer schlug in ein Gefühl des Unmuts um. Dies hier waren seine persönlichsten Momente und er hatte nicht das geringste Bedürfnis, sie mit jemandem zu teilen. Auch nicht mit Reggie. Sie hatte kein Recht, hier zu sein.
Er griff nach der Brille und sein immer noch von Tränen verschleierter Blick traf auf den Grabstein.

Randall Payne

born 14.03.1955
departed 12.04.1977

gone but not forgotten


"Leid ...", wiederholte er bitter. "Wohl kaum so leid wie mir oder Randall."
Immer noch kniend wandte er sich der dunkelhaarigen Schönheit zu, die hinter ihm aufgetaucht war. Überrascht stellte er fest, dass Reggie übernächtigt aussah.
Blass war sie und dunkle Schatten lagen unter ihren Augen. Sie wirkte erschöpft und er erkannte, wie unangenehm es ihr war, ihn hier zu stören. Doch gleichzeitig lag auf ihrem Gesicht ein entschlossener Zug und in ihren dunklen Augen brannte ein dunkles Feuer.
"Hallo Reggie", murmelte Giles nun weniger verärgert und mehr besorgt. So hatte er sie noch nie gesehen.

"Was machst du hier?"
"Na was schon? Ich hab nach dir gesucht. – Ich dachte mir, dass ich dich hier finden würde."

Giles nickte. Das war nun wirklich nicht schwer herauszufinden. Viel zu oft zog es ihn an Randalls Grab. Als ob ihn ein innerer Drang immer wieder hierherführte.
Noch einmal sah er auf das junge Grab und bemerkte überrascht, dass sich die ersten Flechten auf der Granitplatte ansiedelten. Und wie zum Abschied strich er über den Stein. Dann erhob er sich und mit einer fahrigen Bewegung wischte er Schmutz und Blätter von der Hose.
Reggies Anwesenheit machte ihn neugierig.

"Was ist so dringend, dass es keine Zeit hat und du mich ausgerechnet hier suchst?"
Es musste etwas Ungewöhnliches sein. Reggie respektierte seine Privatsphäre.
Er warf ihr einen forschenden Blick zu und erkannte, dass sie anscheinend nicht wusste, wie sie anfangen sollte. Was auch immer der Grund ihres Hierseins war, es schien ihr nicht leicht zu fallen, darüber zu sprechen.
Ihr Schweigen wurde vom rauhen Krächzen einer Krähe durchbrochen. Weitere der schwarzen Vögel fielen ein. Sie schrien ihren Unmut über die Störung auf ihrem Friedhof den fremden Besuchern entgegen. Unruhe kam zwischen ihnen auf und sie flatterten über die alten Grabsteine hinweg.
Nur wenige Meter weiter landeten sie wieder, krächzten missmutig und hoppelten ratlos über die teilweise schon stark verfallenen Gräber. Mit jeder ihrer Bewegungen schienen sie den beiden Besuchern sagen zu wollen:
"Haut endlich ab!"

Der schneidend kalte Wind trieb durchsichtige Nebelfetzen übers Land und die Tränen, die Giles nun über die Wangen liefen, stammten vom beißenden Wind. Er schniefte, zog ein Taschentuch heraus und schnäuzte sich.
Es war wieder einmal einer dieser typischen trüben Dezembernachmittage im englischen Hochmoor. Wie so häufig zu dieser Jahreszeit hatte es die Sonne nicht geschafft, den Hochnebel zu vertreiben.
Heute würde es mit Sicherheit nicht mehr aufklaren. Im Gegenteil, es begann schon wieder kälter zu werden und unmerklich versank der Tag in der langsam anbrechenden Abenddämmerung.

In dieser verlassenen Gegend des Hochmoors hatte Randall Payne seine letzte Ruhestätte gefunden. Es war gerade mal ein Dreivierteljahr her, dass der Dämon Eyghon von seinem Freund Besitz ergriffen und dieser dabei den Tod gefunden hatte.
Ein bitteres Lächeln glitt Giles bei dem letzten Gedanken übers Gesicht.
Den Tod gefunden hatte ... wie beschönigend das doch klang. Hatte Randall überhaupt den Tod gesucht?

"Schwachsinn!", dachte er und fischte mit klammen steifgefrorenen Fingern nach einer Zigarette. Der warme Rauch, der wenige Sekunden später seine Lungen füllte, ließ ihn kurz die Kälte vergessen.

Idioten waren sie gewesen! Hirnlose beschissene Idioten! Hatten geglaubt, der Dämon würde sich an ihre Spielregeln halten.
Oh ja, so überzeugt waren sie gewesen, alles im Griff zu haben! Was für arrogante beschissene Arschlöcher sie doch gewesen waren!
Tatsächlich waren sie wie Kinder gewesen, die mit Rasierklingen spielten. Es grenzte an ein Wunder, dass es damals nur einen von ihnen erwischt hatte ...

~~ 2 ~~

Im Frühjahr 1977
Ein verlassenes Kellergewölbe im Großraum London.

"Eyghon", rief Giles dem Dämonen zu, "du brichst unseren Pakt! Verlasse Randalls Körper. Sofort! Du hast kein Recht, ihn in dieser Form zu übernehmen. Alle Rituale wurden den Vorschriften nach ausgeführt und eingehalten. Auch du musst dich nach den Regeln richten."
Wie ein kompletter Idiot fühlte er sich! Ein Dämon hatte den Körper seines Freundes übernommen und er versuchte, vernünftig mit diesem Höllenwesen zu verhandeln. Doch das Geschöpf, das auf der anderen Seite des Raumes stand und nur noch wenig Ähnlichkeit mit Randall zeigte, lachte einfach lauthals darauflos!

Ja. Eyghon lachte!

Er lachte über diese Narren – diese Idioten – die geglaubt hatten, er würde ihnen dienen. In Wirklichkeit hatte er nur mit ihnen gespielt. Er lachte, weil er wieder zurückgekehrt war ins Fleisch.
Diese dummen Kinder! Keine Ahnung hatten sie, wie wundervoll ihre Körper waren. Wie unvergleichlich es war, im Fleisch zu existieren!
Was wussten diese jungen Narren schon, wie entsetzlich es war, nur in den Träumen der Menschen leben zu müssen. Von unbändiger Lust gequält zu werden, diese aber nicht ausleben zu können. Zu hungern, zu dursten und niemals Erfüllung finden zu können.

Eyghon strich sich zufrieden über seinen Körper wie ein Geschäftsmann über seinen neuen Anzug streichen würde. Die Zeit seines Fastens war endlich vorbei!

Er war glücklich, dass er dieses Mal einen männlichen erwischt hatte. Zwar war es so viel einfacher im weiblichen Körper herumzuhuren, aber so richtig höllisch pervers viel Spaß konnte man nur mit einem dicken Schwanz zwischen den Beinen haben.
Der Dämon grinste und nahm sich vor, das Teil zwischen seinen Beinen in jede menschliche Körperöffnung zu stecken, die ihm dafür geeignet schien – vielleicht würde er bei der Gelegenheit ja gleich ein paar neue schaffen.

Der Gedanke daran, diese jungen Narren blutig zu ficken und sich später mit ihren Gedärmen zu behängen, machte ihn nur noch geiler! Er wollte sie schreien und heulen hören, wollte von ihrem Blut trinken und ihr Fleisch essen!
Wenn sie ihn um Gnade anbettelten, umso besser! Und ihr Wimmern und Stöhnen würde die Musik sein, zu der er tanzte.
Eyghon wusste, noch bevor diese Nacht vorbei war, würden all seine finsteren Gelüste befriedigt sein. Schade nur, dass es keiner überleben würde. Denn die Albträume und Erinnerungen der Überlebenden seiner Exzesse nährten ihn noch jahrelang auf der anderen Seite.

Vielleicht schaffte er es ja, sich wenigstens bei einem soweit zurückzuhalten, dass die Ärzte ihn wieder zusammenflicken konnten. Der Dämon wusste, er sollte es versuchen. Aber das Problem dabei lag einfach in seiner dämonischen Natur.
Es machte ihm einfach viel zu viel Spaß seine Opfer zu Tode zu quälen. Er konnte es nun mal nicht ändern – er war ein Dämon!

Eyghon fühlte, wie sich sein pochender Dämonenschwanz, der nun wirklich nichts mehr mit einem menschlichen Fortpflanzungsorgan gemein hatte, gleich durch die Hose brennen würde. Verflucht, er war so scharf! Er brauchte jetzt jemanden. Sofort!

Eyghon blickte sich um. Seine dämonischen Augen waren so viel besser, als die der Menschen. Er sah im Halbdunkel Diedre und Thomas, die sich in einen schnell errichteten magischen Schutzkreis abseits des Feuers gestellt hatten. Sie glaubten wohl, dieser würde ihn aufhalten können.
Er grinste böse. Nur allzu gerne würde er sie eines besseren belehren. Und Diedre, die süße Diedre ... oh, Baby, sie sah einfach zum Anbeißen aus. Der Gedanke an all das, was er beabsichtigte, ihr anzutun, ließ den Schwanz in Randalls Hose nur noch mehr anschwellen.

Er riss sich nur schwer von Diedres Anblick los und sah sich weiter im alten Gewölbe um.
Kisten standen fein säuberlich aufgestapelt im hinteren Teil des geräumigen hohen alten Kellers herum. Den Bereich um das Ritualfeuer hatten seine Gastgeber freigeräumt und ein großer Berg Holz lag daneben aufgeschichtet.

Ethan stand dort. Ethan ...

Nein, auf den hatte er nun wirklich keine Lust! Der war wie eine eiskalte Dusche. In dem Kerl steckte selbst viel zuviel von einem Dämonen, als dass er Bock darauf gehabt hätte, ihn zu ficken.
Sein Blick fiel auf Giles am anderen Ende des Raumes und sein Grinsen wurde zu einem lüsternen Lächeln.
Oh yeah, Baby. Giles! Der durch Konventionen und Erziehung gezähmte junge Wilde. Der so was von keine Ahnung über das Ausmaß seines eigenen Potentials hatte.
Aber Eyghon kannte Giles' dunkle Seiten besser als er selbst. In den kurzen Momenten ihrer Vereinigung war er über die Abgründe in Giles' Bewusstsein gestolpert, von denen er nicht vermutet hätte, sie dort zu finden. Doch wenn er versuchte, tiefer in dessen Bewusstsein einzudringen, hatte es Giles immer wieder geschafft, ihn abzublocken. Und jetzt, da er selbst einen Körper hatte, konnte er nicht mehr in Giles' Bewusstsein eindringen.

Das Lächeln auf dem entstellten Gesicht des Dämons veränderte sich. Es wurde zu einer widerwärtigen Mischung aus Lüsternheit, Boshaftigkeit und Vorfreude.
Na ja, vielleicht konnte er jetzt nicht mehr in Giles' Bewusstsein eindringen ... aber stattdessen konnte er ja einfach in Giles eindringen. Das würde vermutlich noch viel amüsanter.

"Hey, Ripper", rief er Giles zu, "komm her, Süßer, lass uns deinem Namen Ehre erweisen!"

Die Vorstellung, seinen heißen brennenden Schwanz in Giles zu schieben, ihm voller Lust seinen jungfräulichen Arsch aufzureißen, während dieser sich winden, schreien und heulen würde, ließ den Dämonen für nichts anderes mehr Augen haben als für sein auserwähltes Opfer.
Und so bemerkte er nicht, dass Ethan die schwere Axt, mit der sie zuvor noch das Holz für das Feuer zerkleinert hatten, aus dem Haufen des übrigen Holzes suchte.

"Rupert", rief er Giles zu. Das schwere Werkzeug schlitterte mit Schwung quer über den Boden direkt auf den jungen Mann zu. Eine Ratte, durch die Axt aufgeschreckt, huschte dem Dämonen über den Weg und kam vor ihm zu stehen.
Sie stellte sich auf ihre Hinterbeinchen und ihre schwarzen Knopfaugen starrten das nichtmenschliche Geschöpf vor sich an. Ein seltsamer und unwirklicher Moment, der Giles die Zeit verschaffte, die Axt vom Boden aufzuheben.

Schwer lag sie in seiner Hand und alles in ihm sträubte sich, sie gegen Randall einzusetzen. Doch andererseits wusste er, dass das Wesen am anderen Ende des Raumes und dessen Augen im Halbdunkel des Kellergewölbes so unheilvoll glühten, nichts mehr mit Randall gemein hatte. Sein Freund war schon lange nicht mehr da.

"Da scheint eine Ratte die andere erkannt zu haben.", murmelte er. Jedoch nicht so leise, dass es der Dämon nicht gehört hätte.

Mit einem wütenden Knurren kickte Eyghon die Ratte aus dem Weg. Sie prallte gegen die Wand und blieb mit zerschmetterten Knochen sterbend liegen.
"Ripper", flüsterte der Dämon grollend, "du wirst dir wünschen ebenso schnell gestorben zu sein, wie diese Ratte. Ich verspreche dir, bis zum Beginn des Morgengrauens wirst du mich ein Dutzend Mal angefleht haben, deine Qualen zu beenden. Du wirst deine Mutter verflucht haben, dass sie dich geboren hat. Aber weißt du was ...", der Dämon kam immer näher und Giles sah, dass sich dessen gewaltiger erigierter Penis durch die Hose gebrannt hatte.
Er konnte sich nur zu gut vorstellen, was Eyghon mit ihm vorhatte.
"Du sollst der Erste sein, von dem ich koste. Ich reiß dir den Arsch auf und fick dich blutig, bis du Scheiße kotzt! Aber keine Angst, Süßer, du wirst noch leben, wenn ich mit dir fertig bin. Versprochen! Du wirst dir ansehen dürfen, was ich mit deinen Freunden mache ... und die süße Diedre dahinten", der Dämon deutete mit seinem Kopf in ihre Richtung, "die hebe ich mir als Dessert auf. Du kannst dir nicht einmal im schlimmsten deiner Albträume vorstellen, was ich mit ihr tun werde."

Der Dämon lachte und leckte sich genießerisch über die Lippen. Er warf Diedre eine Kußhand zu. Entsetzt keuchte sie auf und klammerte sich voller Furcht an Thomas, was Eyghon nur zu einem verzückten Knurren veranlasste. Dann fuhr er, an Giles gerichtet, fort.
"Und wenn ich mit ihr fertig bin, Ripper, komme ich noch mal zu dir."
Mit verträumter Stimme säuselte er:
"Oh Baby, es wird richtig romantisch. Nur du und ich ... wir werden uns viel Zeit füreinander nehmen."
Er machte eine Pause und in seinen dämonischen Augen blitzte pure Bosheit auf. In seiner Stimme lag ein grausamer Tonfall, als er fortfuhr.
"Ich verspreche dir, Ripper, du wirst deine Freunde darum beneiden, dass sie tot sein werden."

Giles hatte genug gehört und bestimmt keine Lust, Eyghons erstes Opfer zu werden. Mit einem wütenden Aufschrei ging er auf den Dämonen los. Er hieb mit der Axt wild und unkontrolliert auf ihn ein, einfach nur von der Hoffnung beseelt, diesen Horror schnellstens zu beenden.
Er dachte nicht darüber nach und folgte einfach nur seinem Instinkt, als er in Richtung der Leibesmitte des Dämons hieb, geradezu so, als ob er ihm den bedrohlichen purpurleuchtenden Schwanz abhacken wollte.
"Woah", keuchte Eyghon auf und zuckte erschrocken zurück, "nicht so leidenschaftlich, Süßer."

Ethan hatte zwischenzeitlich einen schweren Holzscheit aufgehoben, sah aber keine Möglichkeit, Giles zu Hilfe zu kommen. Zu wild hieb dieser auf den Dämonen ein. Es wäre einfach selbstmörderisch gewesen, zwischen die beiden zu geraten.

"Ich lasse nicht zu, dass du einem von uns etwas antust", flüsterte Giles. Wieder und wieder hieb er auf den Dämonen ein. Stets jedoch ins Leere.

Eyghon lachte nur und tanzte geschickt um Giles' unkontrollierten Hiebe herum. Er schien das alles nur als Spiel zu sehen. Ab und zu versuchte er lachend, Giles die Axt zu entreißen. Den erigierten Penis streckte ihm der Dämon wie eine Lanze entgegen. Die purpurne Eichel glänzte feucht und fast schien es, als ob die Gewalttätigkeit der Situation Eyghon noch mehr erregte.

Doch dann, plötzlich und ohne Vorwarnung, durchtrennte die Axt Muskeln, Fleisch und Knochen. Die Wucht des Aufpralls, mit welcher die Axt den Knochen durchtrennte, durchfuhr Giles mit einer Schmerzhaftigkeit, die ihn überraschte.
Blut spritzte und der Arm, mit dem der Dämon eben noch nach der Axt gegriffen hatte, fiel zu Boden.
Der wütende Aufschrei Eyghons hallte durch das Gewölbe. Giles aber ließ sich davon nicht beeindrucken und setzte sofort nach. Noch wilder hieb er auf Eyghon ein. Dies war seine Chance! Wenn er dem Dämonen den Kopf von den Schultern trennte, würde der Schrecken ein Ende haben! Blut hatte ihn bespritzt und der hölzerne Stiel der Axt in seinen Händen war glitschig geworden.

Eyghon tanzte nun nicht mehr um ihn herum. Stattdessen zog er sich tiefer ins Dunkel des Kellergewölbes zurück. Immer noch glühten seine Augen. Und immer noch streckte sich Giles der Dämonenschwanz wie eine Lanze entgegen.
"Rupert", rief Ethan, "folge ihm nicht ins Dunkel. Das ist bestimmt eine Falle."
Vermutlich, dachte Giles. Doch wenn er ihm jetzt nicht nachsetzte, würde er ihren Vorteil verspielt haben.

Die Augen des Dämons leuchteten wie kleine Taschenlampen aus der Dunkelheit. Giles hieb wieder und wieder nach Eyghon, trieb den Dämonen noch tiefer ins Dunkel. Kisten fielen um und nur schemenhaft konnte er die Umrisse des Dämons in der Dunkelheit erkennen. Dann aber traf er erneut auf Knochen. Die Axt verkantete sich im Brustkorb des Dämons und als er sie herausziehen wollte, entglitt sie seinen Händen.

"Ja!", keuchte der Dämon triumphierend auf.

"Verflucht!", Rupert war entsetzt und wich hastig nach hinten aus. Er konnte gerade noch sehen, wie sich Eyghon die Axt aus der Brust riss, als er über etwas stolperte und hart mit dem Rücken an die Wand prallte. Kalt und rauh hatte sie seinen Sturz abgefangen und als er wieder sein Gleichgewicht gefunden hatte, stand auch schon Eyghon vor ihm.
Die Axt in der Hand, mit aufgerissener Brust, zerfetztem Hemd und blutigem Armstummel. Seine Augen glühten.
Giles atmete schwer, Schweiß lief ihm übers Gesicht. Er hatte alles gegeben, doch es hatte nicht gereicht.
Das war's, dachte er, das war das Ende. Die kühle Wand stützte ihn, er schloss die Augen und erwartete den tödlichen Hieb.

Nichts geschah.

Stattdessen fühlte er wie etwas warmes und feuchtes sanft über seine Wange strich. Er fühlte Eyghons heißen Atem auf seinem Gesicht und erkannte, dass ihm der Dämon den Schweiß vom Gesicht leckte.
Erschrocken und angewidert öffnete Giles die Augen. Sein Blick begegnete dem des Dämonen.
Immer noch brannte in dessen Augen Lüsternheit, die sich nun mit purer Boshaftigkeit paarte.

"Du hast doch nicht geglaubt, dass es jetzt schon zu Ende wäre, hmmm, süßer Ripper?"
Hart wie ein Knüppel bohrte sich der Schwanz des Dämons in seinen Unterleib. Fast kam es ihm so vor, als wollte sich das Ding von selbst Zugang zu seinem Körper verschaffen. Eyghon starrte ihm in die Augen und genoss ganz offensichtlich die Situation. Giles bezweifelte, dass das bisschen Jeansstoff zwischen ihnen, ihn vor der Grausamkeit des Dämons schützen würde.

"Oh Ripper", keuchte Eyghon erregt, "du wirst mir schon ein bisschen helfen müssen." Er drängte sich rücksichtslos zwischen seine Beine.

"Schließlich ist es gar nicht so einfach, mit nur einem Arm und 'ner Axt in der Hand, einen Stehfick durchziehen zu wollen. Komm schon ... ", gurrte ihm der Dämon spöttisch ins Ohr, "leg deine Beine um meine Hüften."

Der Arm Eyghons, in deren Hand dieser immer noch die blutige Axt hielt, schob sich hinter seinen Rücken. Die Axt presste sich nun schmerzhaft in seine Seite. Wie in einen Schraubstock eingespannt, war Giles jetzt völlig hilflos der unmenschlichen Umarmung des Dämons ausgeliefert. Wenn Eyghon nur ein wenig fester zudrückte, würden ihm die Rippen brechen.
Der Schmerz trieb ihm die Tränen in die Augen und er schnappte nach Luft.

"Nein?", fragte der Dämon in heuchlerischer Enttäuschung. "Wir müssen ja nichts überstürzen. Wie wäre es stattdessen mit einem Kuss für den Anfang? "
Eyghon presste seine Lippen auf Giles' Mund und die Zunge des Dämons drang ihm brutal in den Mund. Giles schmeckte Blut.
Die inneren Verletzungen, die er Randalls Körper zugefügt hatte, würden bald schon ihren Tribut fordern. Da würde auch keine dämonische Macht mehr den Tod von Randalls geschundenem Körper fernhalten können.
Zumindest hoffte dies Giles.
Doch der Dämon ließ sich Zeit. Seine Zunge spielte mit der seinen. Sie erforschte seinen Mund und schien überall zugleich zu sein. Irgendetwas stimmte mit der Zunge nicht!

Gleichzeitig war ihm der heiße Schwanz Eyghons schmerzhaft bewusst. Hart und rücksichtslos rieb er sich an ihm. Giles hatte den Eindruck, dass sich dieser nun auch durch seine eigene Hose brennen wollte.
Tränen liefen ihm die Wangen herunter. Tränen der Furcht und Tränen des Schmerzes. Er hatte das Gefühl, dass sich Eyghons Schwanz wie eine Schlange bewegte. Dass er versuchte, sich von selbst zwischen seine Beine zu schieben. Versuchte, sich in seinen Körper zu bohren.
Für einen verrückten Moment kam es ihm in den Sinn, dass dies hier eine ausgezeichnete Jeanswerbung abgeben würde. Fast schon glaubte er, die reißerische Werbestimme in seinem Kopf fragen zu hören:
"Hält unsere Jeans selbst dem brutalen Annäherungsversuch eines Dämons stand? Sehen Sie selbst!"
Doch dann verging ihm der Anflug von makaberem Humor und er musste würgen. Er fühlte, dass sein Mund plötzlich voller dicker Maden war. Zumindest hatte er das Gefühl, dass Maden seinen Mund füllten, da er wesentlich mehr als nur eine Zunge in seinem Mund fühlte.

Dass er würgen musste, schien den Dämonen nur noch mehr anzutörnen. Eyghon stöhnte ein genuscheltes "Baby" und sein Unterleib zuckte unkontrolliert vor.

Als ob ihm jemand das Knie ins Geschlecht gerammt hätte, so hart prallte der Dämonenschwanz gegen ihn. Ihm wurde schwarz vor den Augen und der Schmerz presste ihm die Luft aus den Lungen. Halb erstickt stöhnte er auf, seine Knie gaben nach und nur noch die Umarmung des Dämons hielt ihn jetzt aufrecht.
Giles würgte und versuchte verzweifelt Luft zu bekommen. Was auch immer ihm der Dämon in den Mund gesteckt hatte, jetzt versuchte er es, ihm noch tiefer in den Hals zu schieben.

Wie aus weiter Ferne hörte er das irrsinnige Glucksen des Dämons. Eyghon schien sehr viel Spaß an dieser würdelosen Situation zu haben. Und das war ein Gedanke, der in Giles Wut entfachte. Er war kein verdammtes Opfer! Und er würde sich auch nicht zu einem machen lassen.

Mit der ganzen Kraft seiner Wut biss er zu. Die Konsequenzen waren ihm scheißegal! Schlimmer als es jetzt schon war, konnte es kaum noch kommen.
Und was auch immer in seinem Mund war, zog sich zurück, bis er nur noch eine Zunge fühlte, die schließlich seinen Mund verließ. Halb bewusstlos schnappte Giles nach Luft, hustete, würgte und spuckte. Versuchte das widerliche Gefühl, welches der Kuss des Dämons in seinem Mund zurückgelassen hatte, loszuwerden, während sich der heiße Schwanz Eyghons – wie eine unausgesprochene Drohung – schmerzhaft in seinen Unterleib bohrte.

"Süßer junger Ripper", hörte er die Stimme des Dämons an seinem Ohr, "du hast mir die Sache hier ganz schön versaut. Mit nur einem Arm kann ich euch zwar alle töten, aber richtig Spaß mit euch haben, kann ich nicht. Leider bin ich nur ein perverser sadistischer Dämon aber nicht nekrophil. Außerdem macht dieser Körper langsam schlapp. Sieht so aus, als ob die Party zu Ende geht."
Ein harter Schlag traf Eyghon in die Seite. Ethan hatte sich unbemerkt angeschlichen und mit dem Holzscheit zugeschlagen.
Giles sah, wie der Dämon genervt die Augen verdrehte und dabei ein gelangweiltes "Oh bitte ..." ausstieß.
Die schmerzvolle Umarmung löste sich. Mit einer achtlosen Handbewegung stieß Eyghon ihn zur Seite. Giles stolperte und fiel zu Boden. Er blickte auf und konnte gerade noch sehen, wie der Dämon mit der Axt Ethan den schweren Holzscheit aus den Händen schlug. Überraschenderweise setzte er nicht nach.
Ohne zu zögern sprang Ethan Giles zur Seite und half ihm auf. Zu zweit und unbewaffnet standen sie Eyghon gegenüber, der lässig die Axt hin und her schwang. Im Hintergrund hörten sie Diedres leises Schluchzen.


***

In Teil 2:
Finale meines Blicks auf die Eyghon-Geschichte. Und bei einem gemütlichen Tee gibts was über Ethans Vergangenheit zu hören.

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