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Warum Betalesen?
Warum überhaupt betalesen?

Was ist die Aufgabe des Betalesers?

Beispiele aus meinen eigenen Texten: Rohfassung, betagelesen und was ich daraus gemacht habe





Also, warum betalesen?

Betalesen ist mehr als bloßes Korrekturlesen. Der Betaleser ist der erste, der deine Geschichte liest. Du als Schreiber hast natürlich deinen eigenen Blick auf die Geschichte. Und natürlich siehst du sie nicht unvoreingenommen. Denn diese Geschichte ist dein Baby. Du hast sie geschaffen, hast viele Stunden der Arbeit und deiner Freizeit hineingesteckt, hast an einzelnen Sätzen und Worten gefeilt, bis du dir schließlich gedacht hast: "Das ist es!"

Wieder und wieder hast du die Geschichte durchgelesen, hast Fehler und Wortverdreher berichtigt, Sätze und ganze Absätze neugeschrieben und irgendwann hat's dir dann gereicht!
Das ist die Zeit, zu der dein Kind das Licht der Welt erblicken soll. Und der Betaleser übernimmt dabei gewissermaßen die Aufgaben des Geburtshelfers und mehr noch: Er macht den kleinen Scheißer sauber und läßt ihn anschließend gut aussehen!

Ein guter Betaleser hilft dir dabei, die Geschichte auf mögliche Wortwiederholungen, unmögliche Wortkombinationen und sonstige, den Erzählfluß unterbrechende Störungen hin zu überprüfen.
Ein guter Betaleser wird deiner Geschichte ein wenig mehr Glanz verpassen, sie aber nicht in ihrer Struktur verändern. Er ist wie ein Visagist, der die Schönheit deiner Story hervorhebt und deren Schwächen verblassen läßt.






Die Aufgaben eines Betalesers

Ein guter Betaleser sollte dich zunächst einmal loben, denn das hast du jetzt erst einmal nötig. Er sollte deine Ideen würdigen und am besten wäre es, wenn er selbst der schreibenden Zunft angehört. - Denn dann kann er nachvollziehen, wieviel Arbeit du in deine Geschichte gesteckt hast und wie sehr du jetzt nach einem Feedback hungerst.

Dann sollte er genug Fingerspitzengefühl haben, um dich mit freundlicher Kritik auf mögliche Schwächen in deiner Story hinzuweisen. Auch sollte er genug über das geschriebene Thema wissen, um auf mögliche Ungereimtheiten hinzuweisen. - Bei Buffygeschichten wäre es also angebracht, wenn dein Betaleser sich im Buffyverse auskennt.

Dein Betaleser sollte von Rechtschreibung, sprachlichen Zusammenhängen und Zeichensetzung Ahnung haben, denn nichts nervt beim Lesen mehr, als eine Geschichte, die vor Grammatik- und Rechtschreibefehlern nur so strotzt.
Das sich dennoch immer wieder mal Fehler einschleichen, kommt vor und ist auch nicht weiter schlimm, denn schließlich wir sind Hobbyschreiber und Fans. Wir wollen Spaß am Schreiben und Lesen der Geschichten haben und diese schließlich nicht verkaufen. Auch sollte man sich einig darüber sein, ob man der alten oder der neuen Rechtschreibung folgt. - Ich bin für die alte Rechtschreibung.

Ein guter Betaleser wird dir bei geglückten Stellen ein nettes Kommi hinterlassen und dich auf weniger brillanten Stellen hinweisen. Und er sollte dir auch ruhig Verbesserungsvorschläge machen können, z. B. wie er diese Passage, die ihm seltsam vorkommt, schreiben würde oder dir auch mal andere Wörter vorschlagen, wenn du anfängst, dich zu wiederholen. Das macht einen guten Betaleser aus! Denn nur so kann man sich selbst als Geschichtenschreiber auch weiterentwickeln.

Ohne Zweifel ist anständiges betalesen echte Arbeit und kein Zuckerschlecken. Denn der Betaleser wirkt im Hintergrund, investiert Zeit in deine Story, während du später die Kommis abkassierst.
Daher nenne ich meine Betas auch immer direkt nach dem Titel der Story, um deren Arbeit entsprechend zu würdigen.






Beispiele aus meiner Schreibe:


O: steht für Originalfassung
B: steht für betagelesene Fassung
F: steht für Fertigfassung

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O: Dann verstummten auch diese Geräusche. Der stille Besucher war direkt hinter ihm zu stehen gekommen.

B: Dann verstummten auch diese Geräusche. Der stille Besucher war direkt hinter ihm zu stehen
zum Stehen - Aber vielleicht klingt „hinter ihm stehengeblieben" besser? gekommen.

F: Dann verstummten auch diese Geräusche. Der stille Besucher war direkt hinter ihm stehengeblieben.

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O: Reggie sah auf das Gefäß in ihren Händen und obwohl es nur seine Asche enthielt, fiel es ihr doch schwer, davon loszulassen.


B: Reggie sah auf das Gefäß in ihren Händen und obwohl es nur seine Asche enthielt, fiel es ihr doch schwer, davon loszulassen
„es loszulassen" oder „davon zu lassen".

F: Reggie sah auf das Gefäß in ihren Händen und obwohl es nur seine Asche enthielt, fiel es ihr doch schwer, davon abzulassen.

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O:Eine jede Spezies hatte ein bestimmtes Muster, Richtlinien sozusagen, innerhalb denen sich die Seelen der Einzelnen zu Individuen entwickelten. Die Erfahrungen, die eine Seele im Lauf ihrer Entwicklung machte, formte es schließlich zu dem einzigartigen Geschöpf, das es war.

B: Eine jede Spezies hatte ein bestimmtes Muster, Richtlinien sozusagen, innerhalb denen sich die Seelen der Einzelnen zu Individuen entwickelten. Die Erfahrungen, die eine Seele im Lauf ihrer Entwicklung machte, formte es
sie (die Seele) schließlich zu dem einzigartigen Geschöpf, das es war. Hm. Die Seele gehört zu einem Geschöpf, ist es aber nicht selbst. ;) Der Satz muß irgendwie nochmal überarbeitet werden. Vorschlag: „Die Erfahrungen, die eine Seele im Lauf ihrer Entwicklung machte, formten sie schließlich so, dass sie nur zu dem einzigartigen Geschöpf gehörte und paßte, dem sie innewohnte." oder sowas…*g* Keine Ahnung, was du damit aussagen wolltest…

F: Eine jede Spezies hatte ein bestimmtes Muster, Richtlinien sozusagen, innerhalb denen sich die Seelen der Einzelnen zu Individuen entwickelten. Die Erfahrungen, die eine Seele im Lauf ihrer Entwicklung machte, formte sie schließlich in das einzigartige Geschöpf, das sie war. Die Seele war im übertragenen Sinn der metaphysische Aspekt zum genetischen Kode.

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Herzlichen Dank an Kati und Natalie!


 
 
 
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