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Buffy home | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| London Calling - Teil 1 - Prolog | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| betagelesen von Natalie | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Sunnydale, Amerika. Sonntagabend. "Scheiße!", dachte Spike und zog an seiner Zigarette. Sein Gesicht schälte sich kurz aus der anbrechenden Dunkelheit der Nacht. Dann war nur noch die Glut der Kippe zu sehen, die wie ein eingefrorenes Glühwürmchen in der Luft hing. Wie ein steinerner Gargoyl saß er nach vorn gebeugt auf einem Grabstein. Gedankenverloren starrte er auf die roten Wolken am Horizont. Die Sonne war erst vor wenigen Minuten untergegangen. Es war jetzt eine ganze verdammte Woche her, daß er Buffy das letzte Mal gesehen hatte. Eine ganze gottverdammte Woche! Er konnte es nicht glauben. - Sunnydale war nun wirklich nicht so groß, daß man sich eine ganze Woche *nicht* über den Weg laufen konnte. - Besonders wenn man Vampir und Jägerin war. Dennoch hatte sie es geschafft, ihm seit letzter Sonntagnacht konsequent aus dem Weg zu gehen. Leise seufzte er, als er sich an jene Nacht auf dem Friedhof erinnerte. An jene Nacht, in der Sunnydale eine dieser seltenen friedvollen Nächte erlebt hatte, die man seit der Gründung des Städtchens am Höllenschlund an den Händen abzählen konnte. In jener Nacht als ... Hier wurden seine Gedankengänge immer langsamer. - War es wirklich geschehen? Hatten sie sich wirklich so leidenschaftlich und hemmungslos auf Buffys alten Grab geliebt? Und hatte er danach tatsächlich noch Besuch von einem alten keltischen Gott gehabt? Er lachte leise auf und fügte in Gedanken hinzu: "Ein alter und sehr *trinkfester* keltischer Gott!" Am nächsten Tag hatte er keinen Chip gebraucht, um höllische Kopfschmerzen zu haben! Nachdenklich zog er an der Zigarette. Wie schaffte sie es nur, ihm aus dem Weg zu gehen? Er selbst ertrug es nicht länger. Mit jedem Tag, der vorübergegangen war und in jeder einzelnen Stunde seiner einsamen Nächte, war die Sehnsucht nach ihr einfach nur größer geworden. Gleichgültig wie lange er wartete. Diese unstillbare Sehnsucht nach ihr wurde nicht schwächer. - Das einzige, was schwächer wurde, waren sein Wille und sein Stolz. Nein, dachte er, es machte keinen Sinn, noch länger zu warten. Sie würde nicht von selbst kommen. Und er? Spike verzog das Gesicht ... Machte wohl auch keinen Sinn, es länger zu leugnen ... Er mußte sie einfach sehen ... mußte mit ihr reden. War er etwa nur ein *One Night Graveyard Stand*? "Ach ...", dachte er mißmutig und schnippte die Zigarette weg. " ... Scheiß auf Buffy!" Dann sprang er vom Grabstein und machte sich seinen Stolz herunterschluckend und zähneknirschend auf den Weg zum Haus der Summers. *** Anya gähnte gerade aus vollem Herzen, als Dawns vergnügtes Gelächter laut durchs ganze Haus hallte. Sie sah Xander an, der zusammen mit ihr und Willow am Küchentisch saß. Dann konnten sie ein Poltern hören, dem eine lautes Krachen folgte. Ein leises unterdrücktes Kichern war von Tara und Dawn zu hören. "Keine Panik da unten", hörten sie Dawns Stimme von oben rufen, "nix passiert!" Xander warf vorsichtig einen Blick auf Willow, die schon ganz unruhig und sehnsüchtig darauf wartete, daß Tara endlich herunterkam. "Hey," sagte er laut, um die plötzliche Stille zu vertreiben, die sich in der Küche ausgebreitet hatte. "Dawnie scheint ja nicht gerade traurig darüber zu sein, daß ihre große Schwester für ein paar Wochen weggefahren ist." Anya mußte Lachen. Sie sah Xander liebevoll an und sagte in ihrer unnachahmlichen direkten Art: "Na logisch! Ist doch toll, wenn man endlich die Herrin im eigenem Haus ist! Du weißt doch noch, wie froh ich war, als Giles endlich nach England gegangen war." Xander und Willow blickten sie vorwurfsvoll an. "Was denn?", meinte Anya genervt, "es war doch nicht wegen Giles! Ich war einfach nur froh, daß ich die Magic Box endlich für mich alleine haben konnte .. Nichts ist besser als ein stiller Teilhaber, der einen Ozean weit entfernt ist." Sie schlang Xander ihre Arme um den Hals und gab ihrem fast- schon- Ehemann einen dicken Schmatzer an die Wange: "Komm schon, du weißt doch selbst, wie anstrengend langweilig Giles sein kann." Jetzt mußte auch Xander lachen und zog seine Ex-Dämonin zu sich auf den Schoß. "Ach Anya", sagte er verliebt, "du hast viele Qualitäten. Aber Diplomatie gehört nicht gerade dazu!" Die blonde Frau verdreht nur die Augen und zuckte mit den Schultern. Es war ihr völlig unverständlich, was Menschen nur immer mit dieser heuchlerischen Höflichkeit und Diplomatie hatten. Reine Zeitverschwendung, dachte sie für sich. Das menschliche Leben war viel zu kurz, um sich mit so etwas unnützen aufzuhalten. Außerdem: Wie sollte man wissen woran man war, wenn keiner einem die Wahrheit sagte? - Das Leben als Rachedämonin war viel einfacher gewesen. Sie hatte sich nicht mit so einem Blödsinn aufhalten müssen. - Sie hatte nur böse Wünsche erfüllen und Männer umbringen müssen. - Und die Sache mit Cordelia war eigentlich nur ein Ausrutscher gewesen. Hätte sie damals nicht Buffy aus Sunnydale verschwinden lassen, dann wäre sie immer noch eine glückliche Rachedämonin. Statt dessen ... Sie sah Xander an, der sie seinerseits verliebt ansah. Sanft fuhr sie mit ihrer Hand durch sein Haar. Dabei wurde ihr Blick weich. - Er war schon ein toller Mann, dachte sie. Vielleicht war es doch gar nicht so übel wieder Mensch zu sein. Die beiden küßten sich zärtlich und vergaßen darüber völlig ihre Tischnachbarin. Willow hatte ohnehin keinen Blick für ihre Freunde übrig. Sie konnte es kaum abwarten, daß Tara endlich herunter kam. Wie auf glühenden Kohlen saß sie da. Heute abend würden sie alle das erste Mal zusammen ausgehen, seitdem Tara ausgezogen war. Willow war entsetzlich nervös und gleichzeitig freute sie sich so sehr darauf. Sie wünschte sich aus ganzem Herzen, daß alles gut ging und sie mit Tara einen schönen Abend verbringen konnte. Schon wieder polterte es über ihnen und Dawn kam kichernd die Treppe herunter gerannt. Willow hörte Tara laut lachend Dawn hinterher rufen: "Na warte, du Frecklinger! Glaube bloß nicht, daß du dich verstecken kannst!" Im gleichen Moment klingelte es an der Vordertür. Willow erhob sich wie von selbst, um die Tür zu öffnen. Dawn jedoch, rannte schnell zur Tür und rief: "Bleibt sitzen, ich mach' auf!" Doch Willow stand schon im Durchgang, als Tara lachend in sie hinein lief. Beide zuckten überrascht zurück. Diese unerwartete Begegnung warf all ihre Vorbereitungen über den Haufen, mit denen sie sich auf ihr Zusammentreffen gewappnet hatten. Sie hatten beide gewußt, daß es schmerzhaft sein würde. Und nun das. Für einen Moment trafen sich ihre Blicke und Taras Gesicht wurde sofort wieder erst. Es tat Willow weh, das zu sehen. Ein verräterischer Schmerz trat in ihre Augen. Ihr wurde klar, wie schwierig es sein würde, Tara zurückzugewinnen. Beiden klopfte vor Aufregung das Herz im Hals und jede von ihnen sah denjenigen vor sich, der ihr das Meiste in der Welt bedeutete. Dann wurde der Ausdruck in Taras Augen wieder weich und sie lächelte Willow scheu an. Willows Augen leuchteten wie Smaragde auf und für einen Augenblick schien ihr, als würde die Sonne nur für sie aufgehen. Unhörbar seufzte sie und für einen Moment wurde ihr vor Glück schwindlig. Zögernd griff sie nach Taras Hand. Das scheues Lächeln ihrer Geliebten bedeutete Willow so viel. Bis zu dem Augenblick, an dem Tara sie verlassen hatte, war ihr nicht klar gewesen, wie sehr sie Tara brauchte und wie sehr sie sie liebte. Ein Leben ohne Tara erschien Willow unvorstellbar. Sie würde alles tun, um Taras Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Nie wieder würde sie Magie benutzen. Nie wieder der Versuchung der Macht verfallen. Und nie wieder würde sie das Vertrauen ihrer Geliebten mißbrauchen. Tara war für sie das einzige, das zählte. Daß die dunkelblonde Hexe hier war, hatte Willow Buffys Englandtrip zu verdanken. Buffy hatte sich nur deswegen getraut, nach England zu fahren, weil sich Tara dazu bereit erklärt hatte, während ihrer Abwesenheit wieder im Haus zu wohnen und zusammen mit Willow auf Dawn zu achten. Wie sie beide so schweigend voreinanderstanden und sich ansahen, ging von ihnen ein Zauber aus, dem sich keiner verschließen konnte. Anya, die immer noch in der Küche saß seufzte und lehnte ihren Kopf an Xanders Schulter. "Spike!", rief Dawn überrascht, als sie die Tür öffnete. "Komm rein! Willst du mit uns Bowlen gehen?" Er warf ihr seinen Jetzt redest du aber kompletten Schwachsinn - Blick zu und sagte: "Krümel, ich muß dringend mit deiner Schwester reden - ist sie hier?" Erst in diesem Moment bemerkte er Willow und Tara und grüßte die beiden mit einem "Hi, ihr beiden!" und dachte sich: "Wenigsten zwei die wissen, daß sie zusammen gehören, egal was andere dazu sagen." "Hey Spike", grüßte Willow zurück, während ihm Tara einfach nur zunickte und froh darüber war, daß Buffy sich entschlossen hatte, zu verreisen. Auch wenn es offensichtlich war, daß Spike Buffy liebte, so machte seine Liebe sie nur unglücklich. - Tara erinnerte sich, wie Buffy vor ein paar Wochen zusammengebrochen war und ihr gestanden hatte, daß sie und Spike mehr taten, als nur gemeinsam auf Streife zu gehen. Buffy so verzweifelt zu sehen, hatte ihr fast das Herz gebrochen. Spike drängte sich an Dawn, Tara und Willow vorbei. Er wollte die Sache nicht länger aufschieben. Schlimm genug, daß er angekrochen kam. Er betrat die Küche. Dort allerdings sah er nur Anya und Xander am Tisch sitzen. Die Ex-Dämonin sah ihn neugierig an, während Xander ihn - wie üblich - mit kaum unterdrückter Feindseligkeit anstarrte. "Wo ist die Jägerin?" "Oh? Dann weißt du es gar nicht?" fragt Dawn überrascht. "Hat sie es dir denn nicht gesagt? Spike beugte sich zu ihr vor und sah sie fragend an. "Mir was gesagt, Krümel?" Oh, das war einfach zu gut, dachte Xander. Spike wußte nicht wo Buffy war. Ein schadenfrohes Grinsen trat in Xanders Gesicht. Er konnte den Typ wirklich nicht ausstehen ... Wie er um Buffy herumschlich und dachte er könnte auf ... ähem ... bei ihr landen. Wie er sich bei ihnen eingeschmust hatte, seit dem er den Chip von der Initiative verpaßt bekommen hatte. Und nun so tat, als ob er ihr Freund sei. Sich gegen seine eigenen Leute wandte, nur um zu überleben! Widerlicher Opportunist! ... Hatte er das gerade gedacht? Opportunist? Was war das überhaupt für ein Wort? Widerlicher Blutsauger! Xander stand vom Tisch auf und ging mit einem hämischen Grinsen auf Spike zu. "Hey Spike", sagte er. Und der so Angesprochene hätte ihm das fiesen Grinsen am liebsten gleich aus dem Gesicht geschlagen. - Aber ... Xander baute sich vor ihm auf. Spike fragte sich, warum ihn dieser Harris immer wieder so angiftete. Er hatte kein einziges Mal versucht ihn ernsthaft anzuknabbern. - Da hätte Willow sehr viel mehr Grund gehabt, auf ihn böse zu sein. Und überhaupt ... das alles war doch schon längst Schnee von Gestern. Xanders hohntriefende Stimme durchbrach die plötzlich aufgekommene Stille. "Oh, Spikey ... du weißt nicht, wo die Jägerin ist? Hat sie sich nicht von dir verabschiedet? ... Armer Spikey ... Kannst ihr aber nicht viel bedeuten." Ruhig bleiben, dachte Spike. Dieser Kerl war keine Kopfschmerzen wert! Aber wenn er nicht diesen dämlichen Chip im Hirn gehabt hätte ... Gott! Wie er diesen Chip haßte! Und dieser Harris war ein Arsch! Dawn sah irritiert von Xander zu Spike. - Die beiden standen sich wie zwei wütende Tiger gegenüber. Und es gefiel ihr überhaupt nicht, daß sich Xander über Spike lustig machte. "Break!", rief sie in den Raum und stellte sich demonstrativ an Spikes Seite. "Du benimmst dich wie ein Arsch, Xander!" Und Spike lächelte ihr bei diesen Worten dankbar zu, während Xander empört zu Dawn hinübersah. Als diese nicht reagierte, blickte er hilfesuchend zu Tara und Willow. Aber diese schüttelten nur den Kopf. Xander wandte sich Anya zu. "Oh nein, Xander", sagte sie, bevor er auch nur ein Wort an sie richten konnte. "Das ist irgend so eine Testosteron - Geschichte. Versuche erst gar nicht mich da hineinzuziehen." Spike grinste jetzt Xander frech an. - Das war zuviel! Xander beugte sich zum Vampir vor und flüsterte ihm zu: "Eines Tages, Spike ... wenn du diesen Chip los bist ..." Spike unterbrach ihn und zischte: "Ja, ich kann's gar nicht abwarten!" "Hey! Jetzt reicht's aber!", rief Dawn und drängelt sich zwischen die beiden Streithähne. Spike seufzte, entspannte sich und schüttelte nun den Kopf. Dann beugte er sich zu Dawn herunter und sagte mit einem kleinen Lächeln: "Schon gut, Dawnie. Den Kerl hier nimmt sowieso keiner ernst", und er strich ihr dabei mit einer fürsorglichen Geste das Haar aus ihrem Gesicht. Dawn schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. Der Vampir blickte kurz zum Kühlschrank, da ihm dort eine kurze Notiz mit einer Adresse und Telefonnummer aufgefallen war: Sandringham 3 Holford Road NW 3 (Hampstead) 01144-435-1569 "Also, was ist jetzt los mit Buffy?" fragte er. Willow hatte die ganze Zeit über unruhig dagestanden und konnte nun die Neuigkeiten nicht länger für sich behalten. Ihre grünen Augen leuchteten, als sie voller Begeisterung zu ihm sagte: "Wir haben Buffy einen Flug nach London geschenkt. Ist das nicht toll? Wir dachten, daß sie mal raus muß aus Sunnydale und was anderes sehen sollte, außer Dämonen, Burgern und Vampiren." "Ja", ergänzte Tara in ihrer ruhigen Art, "sie war die ganze letzte Woche total durch den Wind. Schätze, da kam unser Geschenk wohl gerade recht. Wahrscheinlich hat sie nur vor lauter Aufregung vergessen, dir Bescheid zu geben." Entschuldigend fügte sie noch hinzu: "Wir hatten alle eine Menge zu organisieren, damit sie sich diesen Urlaub gönnen kann." Völlig überrumpelt von dieser Neuigkeit konnte Spike nur verblüfft fragen: "Oh, und wie lange ist sie schon weg?" "Vorgestern Nacht ging ihr Flug. Und heute früh hat sie sich schon bei uns gemeldet", antwortet ihm Dawn, "sie ist gut angekommen und bleibt jetzt erst mal für die nächsten Wochen dort. Giles hat sie vom Flughafen abgeholt und auch die Unterkunft organisiert." Dann strahlte sie ihn aufgeregt an: "Weißt du was das heißt ...? Keine große Schwester in den nächsten Wochen, die mir andauernd sagt, was ich tun und lassen soll." Tara räusperte sich auffällig laut. "Ja, ja", sagte Dawn in ihre Richtung und hob beschwichtigend die Arme, "ich weiß. Solange Buffy fort ist, höre ich auf dich und Willow. Aber das ist echt was anderes!" Dawn lächelte Tara zu: "Auf jeden Fall ist es schön, daß du solange wieder zu uns gezogen bist." Tara und Willow sahen sich bei diesen Worten an und ein kleines Lächeln huschte über ihre Gesichter. Dann wandte sich die rothaarige Hexe an Spike: "Was wolltest du eigentlich von Buffy? Irgendein Monster los, um das wir uns kümmern sollten?" "Oh umm, nein, nein ... nichts dergleichen ... Hmm ... ich wollte nur Bescheid geben, daß ich für die nächsten paar Wochen nicht da sein werde, um zu helfen." Spike kratzte sich am blonden Kopf und dabei warf er noch einmal einen unauffälligen Blick auf den Zettel am Kühlschrank. Holford Road, Hampstead. Eine gute Adresse, dachte er, ein wenig außerhalb des hektischen Zentrums von London gelegen. Ein echtes Viertel für Snobs. Typisch Giles! "Ja, genau", sagte er laut, drückt Dawn noch einmal sanft an sich und lächelte ihr zu, "das war's, was ich der Jägerin sagen wollte." Er schwieg kurz und sagte dann: "Also, ich muß jetzt los!" er nickt allen zu und schon war er weg. "Okay," sagte Dawn, "dann laßt uns jetzt auch endlich gehen! Ich kann's nicht abwarten, bis ich meine riesen double cheese Pizza bekomme. Und danach will ich noch eine Riesenportion Eis!", ihre Augen leuchteten auf. "Das ist mein Mädchen!" Verschwörerisch grinste Xander Dawn zu und alle Spannung war wie weggeblasen. Willow und Tara verdrehten nur lachend die Augen. Sie schnappten sich ihre Mäntel und Jacken und gingen fröhlich schwatzend in eine lange Sonntagnacht. Der Montag war noch weit weg. *** England, London. Sonntagmorgen. Kaum zu glauben. Aber sie hatte es geschafft. Sunnydale, der Höllenschlund, Dämonen und Vampire (insbesondere ein bestimmter Vampir) - das alles lag einen Ozean entfernt. Dies war ihr erster Urlaub seit ... ja, seit wann eigentlich? ... Seit sie Jägerin war ... Alle ihre Freunde hatten zusammengelegt, um ihr diesen Trip zu ermöglichen. Sie hatten alles für sie organisiert und in die Wege geleitet. Eigentlich hatte sie keine Chance gehabt Nein zu sagen. Und sie hätte es auch gar nicht gewollt. Sie war wirklich froh, aus Sunnydale herauszukommen. Daß sie unbedingt Abstand brauchte, war ihr spätestens seit vergangener Sonntagnacht klar. Und daß dies nun gewissermaßen mit dem Segen ihrer Freunde geschah, hatte ihr die ganze Sache unheimlich erleichtert. Alle würden zu Hause mithelfen. Willow hatte sich inzwischen im Griff, Dawn hatte versprochen sich zu benehmen, und Tara war so lange sie hier in England war wieder ins Haus gezogen. - Wer weiß, vielleicht blieb Tara, wenn sie wieder zurückkam. Eigentlich hoffte sie es sogar. Willow und Tara gehörten zusammen. Fast schien es, als ob die eine unvollständig sei ohne die andere. Buffys Gedanken schienen sich an dieser Stelle zu verlieren. Doch dann sah sie sich um. Sie stand in dem großen Frühstückssaal und konnte kaum glauben, wo Giles sie untergebracht hatte. Gestern abend war sie viel zu erschöpft und viel zu müde gewesen, um die wahren Ausmaße ihrer Nobelherberge zu erkennen. Sie hatte die Nacht vor ihrem Abflug kaum schlafen können, und auch während des endlos langen Fluges hatte sie keine Ruhe gefunden. Giles hatte sie schon erwartet und vom Flughafen abgeholt. Es war ein wirklich rührender Moment gewesen, als sie sich im Gedränge des Flughafens gefunden hatten. Sie hatte die leidigen Zollformalitäten hintersich gebracht und war dann ein wenig ratlos im Gedränge herumgestanden. Nur wenig später war Giles auch schon aufgetaucht. Ihr alter Mentor und Wächter schien ebenso nervös und erleichtert gewesen zu sein wie sie selbst. Sie waren sich mit der gleichen Freude und Herzlichkeit in die Arme gefallen, wie damals, als Giles von England zurückgekehrt war, um sich zu überzeugen, daß sie wirklich am Leben war. Und gestern abend hatte ihn Buffy einfach nur fest an sich gedrückt und trotz all des Geschubses der Menschenmassen um sie herum, hatte sie sich seit langem wieder geborgen und umsorgt gefühlt. Giles hatte sich danach um alles weitere gekümmert. Ihr Gepäck wurde in eines der riesigen schwarzen englischen Taxis gepackt und gemeinsam fuhren sie zur Pension. Sie hatte kaum darauf geachtet, wo sie waren und war Giles einfach nur müde in das große alte Herrenhaus gefolgt. Ihre beeindruckend schöne Gastgeberin, Mrs. Rhys, hatte sie freundlich lächelnd empfangen und sie zu ihrem Zimmer im dritten Stock begleitet. Buffy war froh gewesen, daß das Haus einen Fahrstuhl hatte. Ihr Zimmer war ruhig gelegen, schön möbliert und mit eigenem Bad. Da es an der Rückseite des Hauses lag, konnte man auf den kleinen Park hinter dem Haus sehen. Schränke und Möbel waren aus Massivholz, am Fenster stand ein kleiner Schreibtisch und gegenüber dem Bett, in der großen Kommode versteckt, war ein Satellitenfernseher. Überrascht hatte sie heute morgen bemerkt, daß zu ihrem Zimmer auch ein winzigkleiner Balkon gehörte. Ihr Zimmer war groß genug, um sich darin wohl zu fühlen, und klein genug um nicht luxuriös zu wirken. - Buffy war klar, daß eine Übernachtung darin, ein kleines Vermögen kosten mußte. Zu viel mehr als zum Gepäck auspacken und sich noch einmal kurz bei Dawn zu melden, hatte ihre Kraft nicht mehr gereicht. Anschließend hatte sie noch geduscht und kurz vor dem Fernseher abgehangen. Tja - das war also ihr erster Abend in England gewesen. Jetzt ließ Buffy ihren Blick etwas fassungslos durch den Frühstückssaal schweifen. Der Raum war ein großzügig angelegter Speisesaal, dessen Fußbodendielen in einem angenehmen kastanienbraunem Ton glänzten. Ungefähr 20 Tische standen darin und waren für vier bis sechs Personen eingedeckt worden. An mehr als der Hälfte der Tische saßen bereits fröhlich plaudernde Gäste aus allen Teilen der Welt. Interessante Gäste, dachte Buffy insgeheim. Es schien, als ob sich hier die meisten Nationen der Welt zum Frühstück verabredet hätten. Orientalen, Inder, Afrikaner und Asiaten saßen buntgemischt zusammen, und schienen teilweise in ernsthafte Gespräche verwickelt zu sein. Andere wiederum hatten Karten auf den Tischen ausgebreitet und machten wohl Pläne darüber, wie sie ihren Tag in London verbringen wollten. Buffy sah, wie sich Mrs. Rhys oft an die Tische setzte und sich dann lange mit ihren Gästen unterhielt. Fast schien es, als ob sich alle untereinander kannten. Buffy blickte zur hohen Decke und sah sich bewundernd auf die großen kristallenen Kronleuchter. Das Sonnenlicht brach sich im geschliffenem Glas und warf regenbogenfarbene Reflexionen an Decke und Wände. Diese waren mit aufwendigen Stuckarbeiten verziert. Die vorherrschende Farbe im Speisesaal war ein warmes sonniges gelb, das keine trüben Gedanken aufkommen ließ, selbst wenn draußen mal wieder typisch englisches Wetter herrschte. An den Wänden hingen Bilder von Londonern Künstlern, die farblich einen reizvollen Kontrast zu den Wänden bildeten. Edle schwere Spitzengardinen umrahmten die hohen Fenster. Und auf den Tischen aus Teakholz lagen hübsche kleine spitzenumrandete Tischläufer. Auf jedem Tisch stand eine kleine Vase mit frischen Blumen. Große im Saal aufgestellte Solitärpflanzen lockerten das Bild harmonisch auf und gaben dem ganzen Raum den Hauch eines großen gemütlichen Wintergartens. Daß sich diese Hotelpension von allen gängigen Vorstellungen unterschied, wurden einem spätestens dann bewußt, wenn man sich in die Reihe am Selbstbedienungsbüffet stellte, das in einem angrenzenden großen Seitenraum aufgebaut war. - Alleine die Tatsache, daß man sich in solch einer noblen Umgebung selbst bedienen konnte, war schon ungewöhnlich. Doch als Buffy nun noch einmal einen Blick auf das Frühstücksbüffet warf, konnte sie kaum ihren eigenen Augen trauen. Giles hatte sie schon vorgewarnt, daß das britische Frühstück gewöhnungsbedürftig sei, und daß das Frühstücksangebot im Sandringham selbst für britische Verhältnisse außergewöhnlich war. Doch was sich da vor ihr ausbreitete, stellte alle ihre Erwartungen in den Schatten. Da gab es gegrillte Tomaten und Champignons, Spiegel-, Rühr- und hartgekochte Eier, baked Beans, Frühstückswüstchen, gebackenen Schinkenspeck und Toastbrot. Eine Auswahl an frischen Salaten ergänzte diese doch eher ungesunde Frühstücksecke des Büfetts. Außerdem gab es natürlich die unvermeidlichen Cerealien, wie Cornflakes in allen Varianten, verschiendene Müslies und Weetabix. Daneben gab es noch zur alternativen Auswahl das, was Briten ein Kontinentales Frühstück nannten. Nämlich Marmelade, Honig, Käse und Wurst. Wobei die Wurst selbst für sie als Amerikanerin eine gewöhnungsbedürftige schrille Farbe aufwies. Ergänzt wurde diese Ecke durch verschiedene Brotsorten. Nach den deftigen Sachen kamen die Süßen. Unglaubliche Mengen kleiner Creme- und Sahneschnittchen oder mit Äpfeln und Kirschen gefüllter kleiner Mürbeteigtörtchen türmten sich in hübschen Etagerien auf. Und zwischen all den süßen Sachen waren noch Körbchen mit knackfrischem Obst und Schüsseln mit verschiedenen Obstsalaten hübsch arrangiert worden. Ebenfalls konnte man Joghurt und Quark in dieser Abteilung des Büfetts finden. Am Ausgang des Raumes gab es eine Bedienungstheke an der warme und kalte Getränke ausgeschenkt wurden. Eine freundliche junge Frau bediente dort und reichte einem - je nach Wunsch - Kaffee, Tee, Kakao, Milch oder einen der vielen zur Auswahl stehenden Säfte. Mit all diese Bergen von Lebensmittel vor Augen, fühlte sich Buffy allein schon vom Hinsehen satt. "Doch wie hieß doch gleich dieses Sprichwort", überlegte sie, " ...wenn du in Rom bist, mach's wie die Römer... " Und mit Todesverachtung lud sie sich den Teller voll mit Grilltomaten, Schinkenspeck, Baked Beans, einem Spiegelei und krönte dies mit einigen der lecker aussehenden kleinen Frühstückswürstchen. Dann nahm sie sich noch ein paar Scheiben vom Toastbrot und erntete für diese Frühstücksauswahl einen anerkennenden Blick ihrer Gastgeberin, die gerade an der Bedienungstheke aufgetaucht war und ihr freundlich zulächelte. "Erste Hürde genommen", dachte Buffy zufrieden und machte gedanklich ein Häkchen neben dem Punkt *Überleben in England. Teil eins: Das Frühstück*. Sie verließ den Raum und ging zu Giles, der schon mit einem Kännchen Tee und der Version des Kontinentalen Frühstücks auf dem Teller vorausgegangen war. Sie war wirklich glücklich darüber, daß sie sich zum gemeinsamen Frühstück verabredet hatten. Es gab ja wohl nichts ätzenderes als alleine in einer fremden Umgebung zu frühstücken. Er hatte für sie beide einen kleinen Tisch am Fenster ergattert und sah erstaunt auf ihr vollgeladenes Tablett. Seine Brille lag neben dem Teller und gerade steckte er das Tuch ein. "Ähem Buffy", er räusperte sich und sah skeptisch zu ihr hoch, "das englische Frühstück ist selbst für uns Briten eine fragwürdig Erfahrung, die auch nur dadurch zu entschuldigen ist, daß wir seit unserer frühesten Kindheit nichts anderes gewöhnt sind." Er setzte die Brille wieder auf und mit einem fröhlichen Augenzwinkern sagte er: "Dir wird garantiert den ganzen Tag schlecht sein, wenn du den Teller leer ißt!" Buffy, die sich inzwischen hingesetzt hatte sah ihren alten Mentor verdutzt an. Schon als er vorhin in der Lobby auf sie gewartet hatte und sie ihn dort sitzen sah, hatte sie ihn kaum wiedererkannt. Er trug Jeans, ein weißes Shirt und darüber ein weinrotes elegantes Sakko aus feinem Wollstoff. Er sah überhaupt nicht mehr wie der Bibliothekar aus, der doch in Wirklichkeit ihr Wächter war. Und als er sie gesehen hatte, war er ihr freudestrahlend und gutgelaunt entgegengekommen, und bevor sie ein Wort hatte sagen können, hatte er sie umarmt und an sich gedrückt. "Giles", sagte Buffy immer noch erstaunt, "ich erkenne Sie ja gar nicht wieder! Was ist mit Ihnen passiert?" "Nichts worüber du dir Sorgen machen solltest, Buffy", sagte er und griff über den Tisch. Sanft drückte er ihre Hand. Er lächelte sie an und sein Gesicht legte sich in sympathische Lachfältchen. "Ich bin einfach nur froh, daß du hier bist, und Sunnydale mit all seinen Problemen weit weg ist." Buffy nickte und drückte nun ebenfalls seine Hand. Auch sie war froh, hier zu sein. Dann nahm sie das Besteck zur Hand und machte sich über das Frühstück her. *** Weiter: Ein Tag mit Giles | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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